Es gibt Möbelstücke, die weit mehr sind als nur Sitzgelegenheiten – sie sind Ausdruck von Kultur, Haltung und einer ganzen Epoche. Der Bardi’s Bowl Chair, entworfen 1951 von der italienisch-brasilianischen Architektin Lina Bo Bardi und neu aufgelegt von Arper, ist genau so ein Möbelstück. Seine halbkugelförmige Schale, die sich flexibel in Position und Haltung anpasst, wirkt auch heute noch so frisch wie damals. Ein Design, das nicht altert, sondern mit der Zeit an Bedeutung gewinnt.
Darüber hinaus steht der Bowl Chair sinnbildlich für eine neue Freiheit im Wohnen und Arbeiten. Schon zu seiner Entstehungszeit war er ein Gegenentwurf zu starren Sitzmöbeln und repräsentativen Formen – er war ein Möbel für Menschen, die ihren Alltag flexibel gestalten wollten. Heute greifen wir diese Qualität wieder auf: In einer Welt, in der Homeoffice, offene Bürokonzepte und hybride Arbeitsmodelle selbstverständlich geworden sind, bietet der Bowl Chair genau die Mischung aus Komfort, Wandelbarkeit und Persönlichkeit, die Räume lebendig macht.
Er lädt nicht nur zum Sitzen, sondern auch zum Verweilen ein. Wer sich in den Bowl Chair setzt, spürt sofort seine organische Form und die Möglichkeit, sich je nach Stimmung anders hineinzusetzen – mal gemütlich gekrümmt, mal kommunikativ offen. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem Stück Design, das mehr kann, als nur funktional zu sein: Es inspiriert zu Begegnung, zum Innehalten und zum Dialog mit dem Raum selbst.
Die Geschichte hinter dem Bowl Chair
Lina Bo Bardi (1914–1992) war eine der einflussreichsten Gestalterinnen des 20. Jahrhunderts. Geboren in Italien, zog sie nach Brasilien, wo sie die Architektur und das Design maßgeblich prägte. Ihr Credo: Design sollte demokratisch sein – zugänglich, anpassungsfähig und nah am Leben der Menschen. Ihre Haltung war stark von sozialen Idealen geprägt: Sie wollte, dass Möbel nicht nur Statussymbole für eine wohlhabende Elite sind, sondern Werkzeuge für ein besseres, gemeinschaftliches Leben. So verband sie die Ästhetik des Modernismus mit einer tiefen Sensibilität für den Alltag der Menschen in Brasilien.
Der Bowl Chair entstand 1951 in São Paulo, in einer Zeit, in der das Leben von Aufbruchsstimmung und einem neuen Modernismus geprägt war. Während viele Möbel damals noch streng formal und repräsentativ gestaltet wurden, brach Bo Bardi mit diesen Konventionen. Ihr Entwurf war rund, offen, beweglich – und stand sinnbildlich für ein neues, freieres Lebensgefühl. Zudem reflektierte er den Wunsch, Räume nicht durch starre Möblierungen zu dominieren, sondern durch bewegliche, modulare Lösungen Flexibilität zu schaffen. Diese Haltung floss auch in andere Projekte der Architektin ein, etwa in ihre Arbeit am berühmten Glas-Haus in São Paulo oder an kulturellen Zentren wie dem SESC Pompéia. All diese Beispiele zeigen: Bo Bardis Gestaltung war immer politisch, gesellschaftlich relevant und von einer außergewöhnlichen Weitsicht getragen.

Das Designkonzept
Die Grundidee ist ebenso einfach wie genial: Eine halbkugelförmige Sitzschale ruht lose auf einem schlichten Stahlgestell. Dadurch kann sie sich in unterschiedliche Positionen neigen – perfekt, um mal entspannt zurückgelehnt, mal aufrecht sitzend Platz zu nehmen. Dieses Prinzip vermittelt ein Gefühl von Freiheit: Man ist nicht gezwungen, in einer vorgegebenen Haltung zu verharren, sondern kann die Sitzposition an die eigene Stimmung anpassen. Damit steht der Bowl Chair im Gegensatz zu vielen Sesseln seiner Zeit, die oft nur eine einzige, statische Sitzhaltung zuließen.
Die Formsprache ist minimalistisch, fast skulptural, dabei aber hochfunktional. Der Bowl Chair ist weder klassischer Sessel noch reiner Loungestuhl, sondern ein flexibles Hybridmöbel. Er lädt zum Ausprobieren ein, macht Bewegungen mit und bleibt dennoch ein klares Statement im Raum. Durch seine klare, kreisrunde Form fügt er sich harmonisch in unterschiedlichste Umgebungen ein – von modernen Lofts bis zu repräsentativen Eingangsbereichen – und wirkt gleichzeitig als Blickfang. Ein Möbel, das schon damals seiner Zeit voraus war und bis heute zeigt, wie radikal einfach gute Gestaltung sein kann.
Arpers Neuinterpretation
Mehr als 60 Jahre nach seiner ersten Idee brachte Arper den Bowl Chair in enger Zusammenarbeit mit dem Instituto Lina Bo e P. M. Bardi in einer limitierten Edition auf den Markt. Die Neuauflage bleibt dem Original treu, wurde jedoch in Material und Verarbeitung an heutige Standards angepasst.
- Materialien: Hochwertige Textilien und Leder in ausgewählten Farben, kombiniert mit einem robusten Stahlgestell.
- Nachhaltigkeit: Arper legt großen Wert auf verantwortungsvolle Produktion und langlebige Materialien.
- Limitierte Edition: Nur eine kleine Stückzahl wurde gefertigt, was den Bowl Chair auch zu einem Sammlerstück macht.
So entstand ein Möbel, das die Vision Lina Bo Bardis würdigt und zugleich zeigt, wie relevant ihre Ideen heute noch sind.

Der Bowl Chair im heutigen Kontext
Warum ist dieses Design auch im 21. Jahrhundert noch aktuell? Ganz einfach: Weil es universell ist. Der Bowl Chair verkörpert Offenheit, Flexibilität und Individualität – Werte, die in unserer Arbeits- und Lebenswelt immer wichtiger werden.
- In Coworking-Spaces: Als flexibler Rückzugsort zum Entspannen oder für informelle Meetings.
- In modernen Büros: Ein Statement Piece für Lounges und Empfangsbereiche, das Designbewusstsein und Unternehmenskultur spiegelt.
- Im privaten Raum: Als zeitloser Hingucker, der Komfort und Persönlichkeit vereint.
Gerade in Arbeitsumgebungen, in denen Kollaboration und Kreativität gefragt sind, passt der Bowl Chair perfekt: Er signalisiert Offenheit, schafft eine inspirierende Atmosphäre und bietet zugleich Geborgenheit.
Arper und die Philosophie des Unternehmens
Arper ist ein italienischer Hersteller, der weltweit für klare Formen, zeitlose Ästhetik und einen humanistischen Ansatz bekannt ist. Das Unternehmen arbeitet eng mit Designer:innen und Architekt:innen zusammen, um Möbel zu entwickeln, die nicht nur schön aussehen, sondern das Leben verbessern. Darüber hinaus legt Arper großen Wert auf kulturellen Austausch: Jede Kollektion ist das Ergebnis intensiver Dialoge zwischen Disziplinen, vom Industriedesign bis zur Architektur, und spiegelt das Ziel wider, Räume zu schaffen, die Menschen verbinden.
Nachhaltigkeit, Ergonomie und Modularität stehen im Mittelpunkt – Werte, die auch bei unitedspaces eine zentrale Rolle spielen. Neben der reinen Produktentwicklung denkt Arper in Kreisläufen: Materialien werden verantwortungsvoll gewählt, Produktionsprozesse auf Ressourcenschonung ausgelegt und Langlebigkeit steht vor Kurzlebigkeit. Der Bowl Chair ist damit nicht nur ein Stück Designgeschichte, sondern auch Ausdruck einer Haltung, die perfekt zu modernen Arbeitswelten passt, in denen Flexibilität und Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Fazit
Der Bardi’s Bowl Chair ist weit mehr als ein Möbelstück. Er ist ein Symbol für Freiheit, Offenheit und die Kraft des Designs, unser Leben zu gestalten. Mit Arpers Neuinterpretation bekommt die Vision von Lina Bo Bardi eine neue Bühne – in Büros, Wohnräumen und überall dort, wo Menschen inspirierende Räume schaffen wollen.
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